Behandlung von Durchfall

Behandlung von Durchfall Was hilft bei Durchfall?

Durchfall ist eine unangenehme Sache – aber was hilft gegen die Beschwerden? Das primäre Ziel der Behandlung ist es, die Flüssigkeit- und Elektrolytverluste auszugleichen. Außerdem sollten Betroffene sich schonen und eine weitere Belastung von Magen und Darm vermeiden. Zusätzlich können geeignete Mittel aus der Apotheke gegen Durchfall helfen und zusätzlich auch die Regeneration des Darms unterstützen. Wichtig ist auch, dass die Erreger aus dem Darm ausgeschleust werden. Präparate, die die natürliche Darmbewegung hemmen, sollten daher nur mit Vorsicht und am besten nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden. Durchfall sollte so früh wie möglich gezielt behandelt werden – andernfalls drohen durch Wasser- und Mineralienverlust unter anderem Kreislaufprobleme und Schwäche. Doch was tun bei Durchfall? Unverzichtbare Basis der Behandlung ist die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten. Geeignete Durchfallmittel aus der Apotheke können helfen, den weiteren Flüssigkeitsverlust zu verhindern und Durchfall zu stoppen. Darüber hinaus ist bei Durchfall Schonkost angesagt.

Was hilft bei Durchfall?

  • Körperliche Schonung, ggf. Bettruhe
  • Besonders wichtig ist der Ausgleich der Flüssigkeits- und Elektrolytverluste, um eine Austrocknung zu verhindern: Viel trinken, am besten stilles Wasser oder Kräutertee. Auch Suppen bzw. Brühen sorgen für ein Plus an Flüssigkeit
  • Haben sich Magen und Darm beruhigt, kann leichte Kost (z. B. Zwieback, Reis, Nudeln, Banane) verzehrt werden.
  • Bei schwerem Durchfall sollte ein Arzt verständigt werden. Das gilt grundsätzlich, wenn Säuglinge, Kleinkinder oder ältere bzw. geschwächte Menschen betroffen sind.

In der Regel sollte das Schlimmste nach wenigen Tagen überstanden sein. Heftiges Erbrechen und starker Durchfall können aber vor allem bei Risikogruppen wie Kleinkindern oder Senioren einen bedrohlichen Flüssigkeitsverlust nach sich ziehen.

Wichtig: Durchfall und Erbrechen bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Tipps bei Durchfall

Hilfe bei Durchfall:
Flüssigkeit und Elektrolyte zuführen

Die Basis jeder Durchfallbehandlung ist der Ersatz von verloren gegangener Flüssigkeit und Elektrolyten, um eine Austrocknung zu vermeiden. Geeignet sind zum Beispiel spezielle Glucose-Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Grundsätzlich gilt bei Durchfall: Viel trinken! Etwa 3-4 Liter pro Tag sollten es sein – zum Vergleich: Im Normalfall sind etwa 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag ausreichend. Ideal sind Mineralwasser ohne Kohlensäure oder ungesüßter Kräutertee. Auch schwarzer Tee ist geeignet – Voraussetzung ist allerdings, dass der Tee mindestens acht Minuten lang zieht. Denn nur dann wird der Inhaltsstoff Tannin freigesetzt, der bei Durchfall positive Effekte hat.

Medikamente gegen Durchfall

In der Apotheke stehen rezeptfreie Durchfallmittel („Antidiarrhoika“) zur Verfügung, die helfen können, den Durchfall zu stoppen. Sie unterscheiden sich unter anderem in Hinblick auf die eingesetzten Wirkstoffe und die jeweilige Wirkweise.

Sogenannte Motilitätshemmer (z. B. Loperamid) Opiate zum Beispiel bremsen den Durchfall, indem sie die Darmperistaltik (Darmmuskeltätigkeit) hemmen. Das Problem: Bakterien oder Viren, die zu den häufigen Auslösern von Durchfall zählen, verbleiben dann im Körper bzw. ihre Ausscheidung wird beeinträchtigt. Zudem besteht das Risiko, dass sich eine Verstopfung entwickelt. Deshalb sollten diese Mittel nur kurzfristig und mit Bedacht eingesetzt werden. Bei antibiotika-assoziiertem Durchfall sind diese Wirkstoffe nicht geeignet.

Sogenannte Enkephalinasehemmer bekämpfen den Durchfall, indem sie das Enzym Enkephalinase blockieren. Das wirkt der übermäßigen Abgabe von Flüssigkeit und Elektrolyten entgegen. Deshalb werden diese Arzneistoffe auch als „Sekretionshemmer“ bezeichnet.

Während Aktivkohle früher häufiger als Mittel gegen Durchfall zum Einsatz kam, spielt diese heute eher bei Vergiftungen eine Rolle. Denn dank der großen Oberfläche besitzt sie die Fähigkeit, Gifte schnell und effektiv zu adsorbieren, also zu binden. Zur Behandlung von Durchfall wäre allerdings eine besonders große Menge an Aktivkohle nötig. Daher zählt sie heute nicht mehr zu den gängigen Durchfallmedikamenten. 

Zu den neueren Therapieoptionen zählen Durchfallmittel mit probiotisch wirksamen Inhaltsstoffen (z. B. Saccharomyces boulardii), die zum Beispiel die Ausschleusung der Erreger unterstützen und zusätzlich positive Effekte auf den Darm erzielen können.

Antibiotika spielen bei Durchfall eher eine untergeordnete Rolle. Sie können dann ärztlich verordnet werden, wenn Bakterien als Auslöser zugrunde liegen (z. B. bei Salmonellen). Gegen virale Durchfallerkrankungen wirken sie nicht.

Wirkstoff bzw.
Wirkstoffgruppe
Wirkweise Hinweise
Aktivkohle Adsorbierung von Giftstoffen
  • Vor allem bei Vergiftungen geeignet
  • Zur Behandlung von Durchfall eher ungeeignet (es müssten sehr große Mengen eingenommen werden)
Antibiotika Bekämpfung von bakteriellen Erregern
  • Bei Durchfall eher selten verordnet
  • Nicht bei viralen Erregern wirksam
Probiotische Arzneimittel (Saccharomyces boulardii) Erreger werden gebunden und abgeführt; Regeneration des Darms. Die Wirkweise von Probiotika bei akutem Durchfall ist noch nicht vollständig geklärt.
  • Natürlicher Wirkstoff
  • Sowohl im Akutfall als auch zur Vorbeugung (Reisedurchfall) geeignet
  • Wirkstoff zur Behandlung von Antibiotika-assoziiertem Durchfall nachweislich bestens geeignet
  • Auch zur Vorbeugung von AAD (Antibiotika-assoziierter Diarrhö) einsetzbar
  • Auch für Kinder geeignet
Enkephalinasehemmer Hemmung des Enzyms Enkephalinase → Regulation der übermäßigen Ausscheidung von Flüssigkeit und Elektrolyten
  • Auch für Kinder und Säuglinge geeignet
  • Nicht bei Durchfall geeignet, der sich infolge einer Antibiotika-Behandlung einstellt
Motilitätshemmer/­Peristaltikhemmer (z. B. Loperamid) Hemmung der Darmmuskeltätigkeit
  • Nur zur kurzfristigen Anwendung geeignet (Risiko der Verstopfung durch „Lahmlegung“ des Darms)
  • Nicht bei Durchfall geeignet, der infolge einer Antibiotikabehandlung eintritt
  • Für Kinder nicht ohne Einschränkung geeignet
Wichtig: Durchfall bei kleinen Kindern, Säuglingen oder älteren und geschwächten Menschen sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Bei Kindern dürfen nur Mittel eingesetzt werden, die für die jeweilige Altersklasse geeignet sind. Durchfall bei Kindern sollte nur mit Mitteln behandelt werden, die für die jeweilige Altersklasse geeignet sind. Achten Sie auf die Hinweise in der Packungsbeilage und fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker. Treten als Begleitsymptome Übelkeit und Erbrechen auf, können sogenannte Antiemetika Linderung verschaffen. Auch pflanzliche Wirkstoffe aus Pfefferminze, Ingwer oder Kamille können hier gute Dienste leisten. Bei starken Bauchkrämpfen können krampflösende Mittel (z. B. Butylscopolamin) hilfreich sein.

Lesen Sie hier mehr über Mittel gegen Durchfall.

Richtig essen bei Durchfall

Bei Durchfall sollte grundsätzlich auf leichte Kost geachtet werden, die den Magen-Darm-Trakt nicht unnötig strapaziert. Geeignet sind zum Beispiel Zwieback, Weißbrot, Gemüsesuppe oder Haferschleim.

Bestimmte Lebensmittel sollten bei Durchfall besser gemieden werden. Dazu zählen z. B.:

  • Fette, schwer verdauliche Speisen
  • Milch und Milchprodukte
  • Getränke mit Süßstoff (z. B. Light-Getränke)
  • Koffein, Alkohol

Gut zu wissen: Die Empfehlung „Salzstangen und Cola bei Durchfall“ gilt heute als überholt.

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