Mittel gegen Durchfall

Mittel gegen Durchfall Medikamente gegen Durchfall ermöglichen eine gezielte Behandlung.

Geeignete Medikamente gegen Durchfall spielen neben dem Ersatz von Mineralien und Flüssigkeit bei der Behandlung eine zentrale Rolle. In der Apotheke stehen rezeptfreie Durchfallmittel zur Verfügung, die sich hinsichtlich der eingesetzten Wirkstoffe und der Wirkweise unterscheiden. Gut zu wissen: Neben chemisch-synthetischen Präparaten sind heute auch spezielle Mittel gegen Durchfall auf natürlicher Basis erhältlich, die auch zur Behandlung von Antibiotika-assoziiertem Durchfall bestens geeignet sind.

Durchfallmedikamente: Wirkstoffe und Wirkweise

Unterschiedliche Durchfallmedikamente stehen zur Behandlung von Durchfall zur Verfügung:

Wirkstoff bzw.
Wirkstoffgruppe
Wirkweise Hinweise
Opiate (z. B. Loperamid) Hemmung der Darmmuskeltätigkeit
  • Nur zur kurzfristigen Anwendung geeignet (Risiko der Verstopfung durch „Lahmlegung“ des Darms)
  • Nicht bei Durchfall geeignet, der infolge einer Antibiotikabehandlung eintritt
  • Für Kinder nicht ohne Einschränkung geeignet
Arznei-Hefe (Saccharomyces boulardii) Erreger werden gebunden und abgeführt; Regeneration des Darms
  • Natürlicher Wirkstoff
  • Sowohl im Akutfall als auch zur Vorbeugung (Reisedurchfall) geeignet
  • Wirkstoff zur Behandlung von Antibiotika-assoziiertem Durchfall nachweislich bestens geeignet
  • Auch zur Vorbeugung von AAD (Antibiotika-assoziierter Diarrhö) einsetzbar
  • Auch für Kinder geeignet
Enkephalinasehemmer (z. B. Racecadotril) Hemmung des Enzyms Enkephalinase → Regulation der übermäßigen Ausscheidung von Flüssigkeit und Elektrolyten
  • Auch für Kinder und Säuglinge geeignet
  • Nicht bei Durchfall geeignet, der sich infolge einer Antibiotika-Behandlung einstellt
Aktivkohle Adsorbierung von Giftstoffen
  • Vor allem bei Vergiftungen geeignet
  • Zur Behandlung von Durchfall eher ungeeignet (es müssten sehr große Mengen eingenommen werden)
Antibiotika Bekämpfung von bakteriellen Erregern
  • Bei Durchfall eher selten verordnet
  • Nicht bei viralen Erregern wirksam

Während Aktivkohle früher häufiger als Mittel gegen Durchfall zum Einsatz kam, spielt diese heute eher bei Vergiftungen eine Rolle. Denn dank der großen Oberfläche besitzt sie die Fähigkeit, Gifte schnell und effektiv zu adsorbieren, also zu binden. Zur Behandlung von Durchfall wäre allerdings eine besonders große Menge an Aktivkohle nötig – daher zählt Aktivkohle heute nicht mehr zu den gängigen Durchfallmedikamenten. Hier stehen heute modernere Alternativen zur Verfügung, bei deren Auswahl ein wenig Know-How hilfreich ist:

So bekämpfen zum Beispiel Opiate wie Loperamid den Durchfall, indem sie den Darm regelrecht „lahmlegen“: Die Darmmuskeltätigkeit wird gehemmt. Auf diese Weise wird der Durchfall zwar zuverlässig gestoppt, gleichzeitig ist aber das Risiko für eine Verstopfung erhöht. Die Krankheitserreger werden dabei nicht ausgeschieden, sondern verbleiben im Körper. Derartige Durchfallmittel sollten daher grundsätzlich nur kurzfristig angewendet werden und sind nicht für die Behandlung von Durchfall geeignet, der oft im Rahmen einer Antibiotikatherapie auftritt (Antibiotika-assoziierte Diarrhö).

Hier kann medizinische Hefe wie z. B. Saccharomyces boulardii eine gute Alternative sein. Denn Durchfallmittel mit Arznei-Hefe binden Erreger und schleusen diese aus dem Körper aus. Auf diese Weise kann einem weiteren Flüssigkeitsverlust entgegengewirkt werden – der Darm wird entgiftet und kann sich regenerieren. Ein besonderer Vorteil: Die natürliche Darmbewegung wird nicht beeinträchtigt. Der Einsatz medizinischer Hefe bei Antibiotika-assoziierter Diarrhö hat sich bestens bewährt und die Wirkung ist wissenschaftlich belegt. Im Allgemeinen eignet sich Saccharomyces boulardii sowohl zur Akutbehandlung als auch zur Vorbeugung von Durchfall (bei Reisen).

Sogenannte Enkephalinasehemmer bekämpfen den Durchfall, indem sie das Enzym Enkephalinase blockieren. Enkephalinase unterstützt normalerweise den Abbau von sogenannten Enkinen. Wird das Enzym in seiner Wirkung gehemmt, kommt es in der Folge zu einem Anstieg der Enkephalinkonzentration, was wiederum der übermäßigen Abgabe von Flüssigkeit und Elektrolyten entgegenwirkt. Allerdings ist diese Substanzklasse – ebenso wie die oben erwähnten Opiate – nicht zur Behandlung von Durchfall geeignet, der oft im Rahmen einer Antibiotikatherapie auftritt.

Antibiotika spielen bei der Durchfall-Behandlung eine eher untergeordnete Rolle. Schließlich ist deren Einsatz nur dann sinnvoll, wenn Bakterien der Auslöser für die Beschwerden sind. Im Zweifelsfall ist die Rücksprache mit dem Arzt empfehlenswert.

Wichtiger Hinweis: Der Nutzen von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln bei Durchfall konnte bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden.
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