Norovirus: Behandlung

Wichtig bei Durchfall: Flüssigkeits- und Elektrolytverluste ausgleichen. Wichtig bei Durchfall: Flüssigkeits- und Elektrolytverluste ausgleichen.

Für die Behandlung von Norovirus-Infektionen ist kein spezifisch wirksames antivirales Medikament verfügbar. Insofern ist das Hauptziel der Behandlung – wie bei anderen Durchfallerkrankungen auch – die verlorene Menge an Flüssigkeit und Blutsalzen (Elektrolyten) auszugleichen und ggf. die Symptome zu lindern. Zusätzlich können ausgewählte Durchfallmittel zum Einsatz kommen. Sie sollten allerdings nicht zu einer Hemmung der normalen Darmbewegung führen, damit die Ausschleusung der Erreger nicht beeinträchtigt wird.

Was hilft bei Norovirus-Infektionen?

Diese allgemeinen Maßnahmen werden empfohlen:

  • Körperliche Schonung, ggf. Bettruhe
  • Besonders wichtig ist der Ausgleich der Flüssigkeits- und Elektrolytverluste, um eine Austrocknung zu verhindern: Viel trinken, am besten stilles Wasser oder Kräutertee. Auch Suppen bzw. Brühen sorgen für ein Plus an Flüssigkeit
  • Fertige Elektrolyt-Glukose-Lösungen aus der Apotheke bieten das richtige Mischungsverhältnis an Inhaltsstoffen, um die Verluste rasch auszugleichen.
  • Haben sich Magen und Darm beruhigt, kann leichte Kost (z. B. Zwieback, Reis, Nudeln, Banane) verzehrt werden.
  • Bei schweren Verläufen muss ein Arzt verständigt werden, da eine kurzzeitige stationäre Behandlung in einer Klinik erforderlich sein kann (z. B. Infusionen).

Die gute Nachricht: In der Regel dauert die Erkrankung nur kurz, oft ist das Schlimmste nach einem Tag überstanden. Heftiges Erbrechen und starker Durchfall können aber vor allem bei Risikogruppen wie Kleinkindern oder Senioren einen bedrohlichen Flüssigkeitsverlust nach sich ziehen.

Wichtig: Durchfall und Erbrechen bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Tipps bei Norovirus-Infektionen

Mittel gegen Durchfall – was ist zu beachten?

Zusätzlich zu den allgemeinen Maßnahmen können ausgewählte Durchfallmittel eingesetzt werden. Dabei ist Einiges zu beachten:

  • Sogenannte Motilitätshemmer (z. B. Loperamid) bewirken, dass der Darm sozusagen ruhiggestellt wird. So wird der Durchfall zwar unterdrückt, aber gleichzeitig wird auch verhindert, dass die Krankheitserreger ausgeschieden werden. Dieser Selbstreinigungs-Prozess ist aber für die Genesung wichtig.
  • Da Antibiotika nur gegen Bakterien wirksam sind, können sie bei Norovirus-Infektionen nichts ausrichten.
  • Um die Ausschleusung von Krankheitserregern aus dem Darm zu unterstützen, können spezielle Durchfallmittel auf Basis von probiotischen Arzneistoffen (z. B. Saccharomyces boulardii) angewendet werden.
  • Bei starker Übelkeit und Erbrechen können ggf. sogenannte Antiemetika oder verschiedene pflanzliche Präparate (z. B. auf Basis von Kamille, Pfefferminz, Ingwer) zum Einsatz kommen.
  • Bei starken Bauchkrämpfen können krampflösende Mittel (z. B. Butylscopolamin) eingesetzt werden.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welche Mittel gegen Durchfall in Ihrem Fall sinnvoll sind. Mehr erfahren

Andere schützen – Ansteckung vermeiden

Noroviren sind extrem ansteckend. Betroffene sollten deshalb ihre Familie und andere Personen im näheren Umfeld schützen. Engere Kontakte sollten nach Möglichkeit vermieden bzw. minimiert werden. Zudem sollte nur eine Person die Pflege des Erkrankten übernehmen, damit das Risiko einer weiteren Verbreitung des Virus eingeschränkt wird.

Gut zu wissen: Für eine Ansteckung ist eine sehr geringe Anzahl an Viren (ungefähr 18) ausreichend. Infizierte scheiden bis zu 100 Milliarden Viren pro Gramm Durchfall aus.

Eine gründliche und konsequente Händehygiene ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Vorbeugemaßnahmen. Denn die Übertragung der Viren erfolgt vor allem über die sogenannte Schmierinfektion: Über den Handkontakt mit kontaminierten Flächen, Gegenständen oder Lebensmitteln können sie übertragen werden. Infizierte scheiden Noroviren mit dem Stuhl oder mit Erbrochenem aus. Zudem ist der Stuhl auch nach der Erkrankung noch etwa einen Monat lang infektiös – daher muss auch nach überstandener Erkrankung noch auf sorgfältigste Hygiene geachtet werden. Für Durchfallerreger eher untypisch ist, dass der Norovirus auch über die Luft (zum Beispiel bei Erbrechen) von Erkrankten auf andere Personen übertragen werden kann.

Wichtige Hygienemaßnahmen im Überblick:

  • Gründliches Händewaschen
  • Händedesinfektion mit geeigneten Desinfektionsmitteln
  • Toilettentrennung
  • Kontakt mit anderen Personen so gut wie möglich einschränken

Gibt es eine Impfung gegen Norovirus?

Eine bereits durchgemachte Norovirus-Erkrankung bietet keinen Schutz gegenüber einer erneuten Infektion. Bisher gibt es auch keine Norovirus-Impfung. Wer sich vor einer Infektion mit dem Norovirus schützen möchte, sollte daher umso mehr auf eine gründliche Händehygiene achten. Da die Viren auch über Lebensmittel übertragen werden können, wird hier auch zur Vorsicht geraten.

Tipps zur Vorbeugung von Norovirus-Infektionen:

  • Gründliche Händehygiene
  • Lebensmittel durch Braten oder Kochen vollständig erhitzen
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr gut waschen oder schälen
  • Austern, Muscheln nicht roh verzehren
  • Fleisch und Innereien vom Schwein nicht roh verzehren
  • Gefrorene Beeren immer erhitzen
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